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Bernard Schultze

Bernard Schultze

Schneidemühl/Westpreußen 1915 -
Köln 2005


In Schneidemühl (Westpreußen) wird Bernard Schultze am 31. Mai 1915 geboren. Er studiert von 1934 bis 1939 an den Kunsthochschulen in Berlin und Düsseldorf. Beim Angriff auf Berlin verbrennen 1945 alle bis dahin entstandenen Arbeiten. 1947 siedelt Schultze nach Frankfurt über. Dort entstehen ab 1951 seine ersten informellen Bilder.
Bernard Schultze ist 1952 an der Ausstellung der von ihm mitbegründeten Künstlergruppe "Quadriga" in der "zimmer galerie franck" in Frankfurt am Main beteiligt. Sich von Figuration und formalistischer Abstraktion zu lösen und den Anschluss an die internationale Avantgarde von Action Painting und Tachismus zu finden, ist das Ziel der Gruppe.
Bernard Schultze heiratet 1955 die Malerin Ursula Bluhm. In der Folgezeit entstehen erste Reliefbilder aus verschiedenen, auf der Leinwand angebrachten Materialien. 1957 kreiert der Künstler die sogenannten "tabuskris" (tabulae scriptae), sie changieren zwischen Malerei und Zeichnung. 1961 folgen die "Migofs".
Bernard Schultze gebraucht diese erfundene Bezeichnung für Gebilde und Kunstwesen, die für ihn zwischen den Naturgeschöpfen existieren.
Schultze unternimmt in diesen Jahren regelmäßige Reisen nach Paris und New York. 1968 verlegt er seinen Wohnsitz endgültig von Frankfurt nach Köln. Studienreisen nach Russland, in die USA sowie nach Asien folgen. Schultze wird im Jahre 1972 zum Mitglied der Akademie der Bildenden Künste in Berlin gewählt.
Die Arbeiten des Künstlers werden ab 1974 zunehmend großformatiger, bis er schließlich in den 1980er Jahren die Fläche großer Gemälde erobert. Bernard Schultze schafft ein beeindruckendes Alterswerk, an dem er bis kurz vor seinem Tod, am 14. April 2005, intensiv arbeitet.

Bernard Schultze wird für sein Werk mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. Die Ehre eines Titularprofessors des Landes Nordrhein-Westfalen wird ihm 1981 zuteil. 1984 wird Schultze mit dem Großen Hessischen Kunstpreis ausgezeichnet. Es folgen 1986 der Lovis Corinth Preis und 1990 die Stefan-Lochner-Medaille der Stadt Köln.
Dem Werk des Künstlers sind seit den achtziger Jahren bedeutende Ausstellungen gewidmet, beispielsweise 1980–81 die umfassende Retrospektive in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und Saarbrücken sowie 1984 die retrospektive Ausstellung von Papierarbeiten in der Albertina Wien und mehreren Museen in Deutschland. In Köln, Bologna und Budapest wird in den Jahren 1994 bis 1996 eine große Wanderausstellung seiner Werke gezeigt.
Bernard Schultze gehört zu den bedeutenden Wegbereitern der deutschen Nachkriegs-Abstraktion.

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